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Amazon Prime Music zu Musikanlage streamen

Original Artikel vom 29.11.2015 mit Aktualisierungen vom 02.01.2017 und 21.12.2016:
Amazon Prime Kunden kommen seit Kurzem in den Genuss eines Musik Streaming-Angebots. Im Browser oder auf mittels verschiedener Apps für Android, Apple oder Mediencenter kann auf die eigene Amazon Musikbibliothek zugegriffen werden.

Interessant wäre es nun, wenn mithilfe des Smartphones oder Tablets die eigene Musiksammlung verwaltet und von dort direkt auf die heimeische Musikanlage gestreamed werden könnte.

av-receiver-streamingMal angenommen wir haben:

  1. ein Smartphone oder Tablet
  2. einen Streaming-fähigen AV-Receiver
  3. optional: einen Amazon FireTV Stick

Mögliche naheliegende Methoden wären DLNA oder Airplay/Miracast. Leider unterstützt die Amazon Prime Music App bisher keine dieser Optionen. Mir sind diesbezüglich leider auch keine Drittanbieter-Apps bekannt. BubbleUPnP unterstützt zwar verschiedene Dienste, darunter z.B. Google Play Music, Amazon ist bisher aber nicht dabei.

Somit bleiben aktuell nur folgende Möglichkeiten:

Bluetooth

Das Streamen per Bluetooth auf den heimischen AV-Receiver sollte recht einfach funktionieren. Voraussetzung ist natürlich, dass der Receiver einen Bluetooth-Empfänger hat. Einfach Bluetooth am Smartphone oder Tablet aktivieren, mit dem AV-Receiver koppeln und fertig.

Vorteile:

  • Einfach einzurichten.
  • Funktioniert ohne zusätzliche App.
  • Auch Gäste können einfach ihr Smartphone oder Tablet koppeln.
  • Smartphone oder Tablet kann nahezu ohne Einschränkungen parallel genutzt werden.
Nachteile:

  • Reichweite auf wenige Meter begrenzt, verlässt man den Raum wird die Verbindung ggf. unterbrochen.
  • Smartphone oder Tablet übernimmt die „Hauptlast“, zusätzlich muss Bluetooth aktiviert werden. Dies hat z.B. einen höheren Akkuverbrauch zur Folge.
  • Smartphone oder Tablet kann nur eingeschränkt parallel genutzt werden.
  • Es gibt weitere verschiedene Ursachen für eine Unterbrechung der Verbindung, z.B. eingehende Anrufe.

Per FireTV Stick

Gleich vorweg: Diese Lösung ist keine Alternative, wenn man vom Smartphone oder Tablet aus die Songs auswählen und sofort streamen will. Trotzdem ist eine gewisse Steuerung möglich. Deshalb will ich diese Lösung nicht vorenthalten.

Normalerweise wird der Fire TV Stick direkt an den Fernseher angesteckt. Er kann aber auch den „Umweg“ über den AV-Receiver nehmen, vorausgesetzt, der Receiver hat einen HDMI-Eingang. Man steckt also den FireTV Stick am AV-Receiver an. Somit erhält der AV-Receiver Video und Ton und kann diesen dann entweder an die Lautsprecher oder an den Fernseher weitergeben. Will man nur Musik hören, kann man den Fernseher einfach ausschalten. Im Test mit einem Denon AVR-X1200W funktionierte das aber leider nicht ganz reibungslos. Die Musik wurde immer wieder mal pausiert oder unterbrochen. Man muss also selbst ausporbieren, ob es mit dem eigenen AV-Receiver funktioniert.

Vorteile:

  • Einfach einzurichten.
  • Die Steuerung (Play / Pause / nächster Song / zurück) kann einfach über die FireTV Fernbedienung oder FireTV Fernbedienungs-App auf dem Smartphone oder Tablet erfolgen.
  • Kann zusätzlich zur Sound-Verbesserung bei Filmen nützlich sein.
Nachteile:

  • Die Auswahl der Songs und Alben erfolgt nur über die Oberfläche des FireTV Sticks. Somit ist keine komfortable Auswählen am Smartphone oder Tablet möglich.
  • Deshalb muss der Fernseher bei Auswahl der Songs oder Alben eingeschlatet werden.
  • Funktioniert nicht mit allen AV-Receivern.


Update vom 21.12.2016:

Per „AirAudio“ Android-App

Die Android-App „AirAudio“ streamt alle Audiosignale eines Android Smartphones oder Tablets an ein unterstützen Ausgabegerät im Heimnetzwerk. Dabei können tatsächlich sehr viele Ausgabegeräte gewählt werden. Unter den zahlreichen Streaming Technologien findet sich z.B. DLNA, Apple AirPlay und viele weitere. Auch die Anbieter SONOS oder Denon HEOS sind an Bord.

Die App „AirAudio“ streamt Amazon Music also im Normalfall zu fast jeder modernen Musikanlagen, die sich per LAN oder WLAN mit dem Heimnetzwerk verbinden kann. Wer neben Amazon Music auch einen Fire TV Stick von Amazon besitzt, kann auch direkt auf den Stick streamen.

Sinnvoll funktioniert „AirAudio“ allerdings nur mit root-Rechten. Das Android Smartphone oder Tablet muss also gerootet werden, damit die App direkt auf die Audiosignale des Geräts zugreifen kann. Es ist zwar kein Hexenwerk einen root-Zugriff einzurichen (es gibt sogar Apps dafür), allerdings kann dies ein Sicherheitsrisiko für das gesamte Gerät bedeuten und ggf. erlischt auch die Garantie des Geräts.

Weitere Infos findest du im Beitrag AirAudio: App streamt Musik zu allen möglichen Ausgabegeräten.

Vorteile:

  • Die App selbst kann einfach im PlayStore heruntergeladen werden.
  • Die Bedienung ist sehr einfach.
  • Funktioniert systemweit auf dem Android-Gerät, ist also unabhängig von den Ausgabemöglichkeiten der Amazon Music App.
  • Auswahl und Steuerung der Songs erfoglt über die Amazon Music App.
Nachteile:

  • Funktioniert sinnvoll nur mit root-Rechten auf dem Android-Gerät.
  • Streamt alle Audiosignale, also nicht nur die Musik aus Amazon Music. Somit können auch unerwartete oder unerwünschte Töne an die Musikanlage gesendet werden.

Update vom 02.01.2017:

Per Google Chromecast und Android Endgerät

Zuletzt präsentiere ich eine Lösung, mit der es einigermaßen gut funktioniert. Was ist dazu braucht ist: Einen Google Chromecast, ein Android Smartphone oder Tablet, einen AV-Receiver mit HDMI Ein- und Ausgang und einen Fernseher mit HDMI Eingang. Den eingerichteten Google Chromecast steckt man nun nicht am TV-Gerät an, sondern an einem freien HDMI-Eingang des AV-Receivers. Dieser schleift das Signal zum Fernseher durch. Ob das bei allen AV-Receivern klappt, weiß ich leider nicht. Beim Pioneer VSX-930 hat es beim mir funktioniert. In der Google Chromecast App genannt „Google Home“ gibt es nun einen Button „Bildschirm/Audio streamen“. Darüber wird sowohl das Bild, als auch der Sound eures Android-Geräts an den Fernseher gesendet. Da das Signal den „Umweg“ über den AV-Receiver nimmt, könnt ihr den Fernseher einfach ausschalten.
Leider muss ich aber auch hier erwähnen, dass es leider nicht störungsfrei funktioniert. In meinem Test war die Ton-Übertragung immer wieder unterbrochen. Dies war zwar nur selten der Fall, aber dann merklich. Leider, wäre ansonsten eine sehr schöne Lösung.

Vorteile:

  • Sehr einfach einzurichten.
  • Funktioniert systemweit auf dem Android-Gerät, ist also unabhängig von den Ausgabemöglichkeiten der Amazon Music App.
  • Die Bedienung ist sehr einfach.
  • Auswahl und Steuerung der Songs erfoglt über die Amazon Music App.
Nachteile:

  • Streamt alle Audiosignale, also nicht nur die Musik aus Amazon Music. Somit können auch unerwartete oder unerwünschte Töne an die Musikanlage gesendet werden.
  • Leider gab es in meinem Test hin und wieder unschöne Tonunterbrechungen.

Fazit

So richtig zufriedenstellend ist das Streamen von Amazon Prime Music an den heimischen AV-Receiver bisher noch nicht. Die beste Möglichkeit erscheint uns aktuell noch das Streamen via Bluetooth. Falls ein Google Chromecast zur Hand ist, sollte man die oben beschriebene Lösung auf jeden Fall ausprobieren. Technikaffine Nutzer sollten außerdem mal einen Blick auf die Android-App „AirAudio“ werfen. Es bleibt abzuwarten, wann die Amazon App ein Streaming Protokoll unterstützt oder wann eine Drittanbieter App den Amazon Dienst mit aufnimmt. Ansonsten gibt es natürlich das gute alte Klinkenkabel. 😉

Sobald es hierzu News oder Verbesserungen gibt, werde ich berichten.


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Kommentare

Thomas Bauer 10. November 2016 um 19:11

Ich würde gerne erfahren ob sich an der Situation was verbessert hat. Ich würde Amazon Prime Music gerne zu meiner Deonon N9 per DLNA senden. Spotify kann es aber mir würde Amazon Prime Music reichen.

Antworten

johannes 4. Januar 2017 um 11:05

Ja, seit deinem Kommentar wurden zwei neue Lösungen ergänzt, nämlich AirAudio und Chromecast.

Antworten

Peter Scholl 24. November 2016 um 23:39

Danke für diese klare Darstellung. Spotify ist technisch eben weit besser.

Antworten

andiber 10. Dezember 2016 um 18:32

Der Artikel ist zwar schon älter, aber immer noch aktuell. Ich habe einen Himedia Q10pro Mediaplayer auf dem zwischenzeitlich sogar Android 7 läuft. Amazon Music als App kann man installieren. Die Tonausgabe erfolgt dann via HDMI als PCM Stream. Der TV dient dann nur noch zur Quellauswahl und kann abgeschaltet werden. Leider unterbricht die App nach ca. 5 Minuten den Abspielvorgang, kann aber mit der playtaste neu angestoßen werden und läuft dann einwandfrei durch. Spannend wäre es nun, diese App remote via Handy oder Tablet steuern zu können. Leider ist diese Funktion derzeit nicht verfügbar.

Antworten

johannes 4. Januar 2017 um 11:03

Das Unterbrechen tritt beim mir beim Fire TV Stick auch oft auf, wenn er am AV Receiver angesteckt ist und der TV ausgeschaltet wird. Das passiert allerdings nicht erst nach 5 Minuten, sondern schon nach wenigen Sekunden. Auch hier kann man aber durch die Playtaste einfach wieder anstoßen. Ich würde allerdings nicht die Amazon Music App fernsteuern, sondern direkt auf dem Smartphone oder Tablet installieren! Der Mediaplayer kann dann ja als Medienserver bzw. als einfacher Speicher der Musikdateien dienen.

Antworten

Thorsten-Tobias Kienzle 19. Dezember 2016 um 15:57

Die Lösung für das Problem nennt sich „AirAudio“. Ein Problem dabei ist nur, dass das Android-Gerät hierfür „gerootet“ werden muss, was, in so manchen Fällen, eine Schwierigkeit darstellen kann. Für Windows gibt es auch so manche Programme, die die Tonausgabe des Programms abfangen und dann z.B. via Apple AirPlay ins WiFi schicken.
Ich habe wiederholt Amazon angeschrieben, und darum gebeten, dass ähnlich wie bei Apple iTunes unter Windows, die Windows-Applikation von Amazon direkt AirPlay und / oder DLNA unterstützen sollte. Mal sehen, was kommt …
Unter Android kann Amazon wenig machen, außer „Druck“ gegenüber Android auszuüben, denn eine Einzelperson wird ja leider nicht gehört.
Samsung habe ich wiederholt den Vorschlag vorgetragen, wieder DLNA (wie bei vielen Geräten früher) von Haus aus zu unterstützen. Und dabei habe ich natürlich auch den Wunsch AirPlay geäußert, ein Standard von Apple, der mittlerweile aber von vielen Herstellern unterstützt wird. Ich weiß nicht, warum sich Samsung dagegen so sträubt. Bewegen kann man aber nur etwas, wenn man sich immer wieder an die Hersteller und Streaming-Dienste, etc. mit seinen Anliegen und Wünschen wendet.

Antworten

johannes 20. Dezember 2016 um 21:35

„AirAudio“ habe ich auch schon länger auf dem Schirm. Allerdings ist es aufgrund der erforderliche root-Rechte nicht für den großen Anwenderkreis geeigent. Ich werde es aber im Artikel als Möglichkeit ergänzen. Jedenfalls danke für den ausführlichen Kommentar!

Antworten

maik 21. Januar 2017 um 0:08

habe einen Wlan fähigen rechner und würde gerne Amazon Music per wlan an meinen yamaha rx-v777 Receiver schicken, geht das? hab nur gefundne das ich von iTunes schicken kann oder per media Player.

danke für die hilfe

Antworten

Heliand 5. Februar 2017 um 1:16

Hallo Maik, wenn dein Receiver chromecast kann sollte es kein Problem sein. Ich streame Amazon Music mit dem Google Chrome browser mit der cast Erweiterung auf meine Raumfeld one M die chromecast unterstützt.

Gruß

Antworten

Buddy 15. März 2017 um 20:10

OB WLAN oder LAN ist egal. Perfekt ist die Lösung für PC bei Amazon Music einfach nicht. Ideal wäre es wenn Amazon einfach Airplay einbaut, damit es auch wirklich eine Konkurrenz zu iTunes wäre.

Ein Lösungsweg – nicht ideal aber tauglich – ist die kostenlose Version von TUNEBLADE ( .com ) Damit werden die PC-Audiodaten an jedes beliebige Airplay-fähige Gerät gestreamt.

so steht auch dem Music-Genuss übern PC aus Amazon Music nichts im Wege. Egal ob das nun übern Browser oder der Music-Anwendung läuft.
Einziger Haken: Wenn man nicht an den Lautstärken-Settings rumfummelt, werden natürlich alle Geräusche mit übertragen, weil der Stream den gesamten PC-Audio-Bereich streamt. Diese müsste man also Stummschalten, etc.

Antworten

Sven 17. März 2017 um 14:42

Die Lösung mit AirAudio funktioniert super, bin echt zufrieden wie schnell und problemlos es funktioniert. Leider werden Steuersignale mit ca. 4 Sekunden ausgeführt, jedoch kein großes Hindernis, sofern man nicht ständig spülen möchte um eine bestimmte Passage in einem Lied zu finden.

Antworten

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